Pilotprojekt: Erstes Land testet die 4-Tage-Arbeitswoche

Das Modellprojekt wird für ein Jahr gestartet und soll mehr Arbeitsplätze schaffen.

, 17:46 Uhr
Pilotprojekt: Erstes Land testet die 4-Tage-Arbeitswoche

Die Vier-Tage-Woche: Das, was sich für viele wie ein Traum anhört, wird für ein Jahr in Spanien als Modellprojekt getestet. Immer wieder hört man seit Jahren von den Befürwortern, dass die Arbeitnehmer dadurch viel leistungsfähiger und motivierter wären, wenn sie noch einen Tag unter der Woche frei hätten.

Ob das wirklich so ist und wie gut die Vier-Tage-Woche funktioniert, wird man sehen, sobald das Projekt in Spanien beendet wurde und man erste Erkenntnisse sammeln konnte. Wie genau die Vier-Tage-Woche in Spanien aussieht, erfährst du in diesem Artikel.

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Modellprojekt: Vier-Tage-Woche in Spanien

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„Spanien gehört zu den Ländern, in denen die Menschen europaweit die längsten Arbeitstage haben. Und dazu ist unser Land nicht besonders produktiv. Warum versuchen wir nicht, weniger Zeit am Schreibtisch zu verbringen, dafür mehr Zeit für schöne Dinge zu haben?“, so Inigo Errejon, der Chef der kleinen Linkspartei Más País, der einer derjenigen ist, die diese Idee für gut befinden und sich seit längerem dafür einsetzt. Deswegen beantragte er die Vier-Tage-Woche bei der spanischen Regierung und schaffte es, dass ein Modellprojekt bewilligt wurde.

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Im Herbst soll es dann endlich losgehen: Etwa 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 200 mittleren und kleineren Unternehmen werden dann einen Tag pro Woche weniger arbeiten. Das Modellprojekt sieht vor, dass die teilnehmenden Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin das volle Gehalt zahlen und das ganze mindestens ein Jahr lang getestet wird. Dadurch erhofft man sich, neue Jobs zu schaffen. Denn wenn fünf Arbeitnehmer für jeweils einen Tag pro Woche nicht zur Arbeit müssen, kann die Lücke vom Unternehmen mit einer zusätzlichen Vollzeitkraft gefüllt werden.

Spanien stellt 50 Millionen Euro zur Verfügung


Das Projekt kostet um die 50 Millionen Euro, das den Betrieben vom spanischen Staat zur Verfügung gestellt wird. Eigentlich hat der spanische Haushalt nicht so große Geldsummen, die man für so ein Projekt übrig hat, weswegen man das Geld höchstwahrscheinlich aus dem Corona-Rettungspaket der EU entnehmen wird. Spanien braucht dringend neue Arbeitsplätze und die benötigte Summe ist noch überschaubar.

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Auch Wirtschaftsprofessor Juan Torres von der Universität Sevilla sieht dies als kein Problem: „Klar, wir geben Geld für ein Experiment aus, vom dem wir nicht wissen, ob es wirklich etwas bringt. Aber die Kosten sind überschaubar. Sie konkurrieren kein bisschen mit anderen Hilfsleistungen, die in dieser Pandemie ausgezahlt werden. Im Vergleich geht es um einen winzigen Anteil.“

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